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Presse | ||||||||||||
Reviews zu „An manchen Tagen“: Geschichten
mit Groove - Saitlinge versüßten mit poetischen Liedern
den Samstagabend in der Kufa. Frei
nach dem Motto: «Das Leben bietet nicht nur Nachteile –
es hat auch Schattenseiten», präsentierte sich in der Kufa
am Samstagabend eine Band, deren Anspruch es ist, den besonderen Moment
im Alltag zu beschreiben. So
auch ihr aktuelles Programm «Graue Hunde, Bunte Zeiten».
Poetisch aufgearbeitete Texte, gepaart mit einem hohen Maß an
Ironie machen die Saitlinge aus der Nähe von Leipzig so unvergleichlich.
Ein Liedermachersound der poppigeren Art wird ihnen zwar nachgesagt,
doch lassen sich die fünf Bandmitglieder nicht so einfach in
eine Schublade drängen. Sie können und wollen gar nicht
erst einem musikalischen Genre unterstehen: «Angefangen haben
wir in der Folkrichtung und mittlerweile bewegen wir uns wahrscheinlich
irgendwo zwischen Keimzeit und Element of Crime», erzählt
Frontsänger Bernd Christen. «Als Songschreiber bringe ich
natürliche immer auch persönliche Erfahrungen und Gemütszustände
mit in die Texte ein», sagt der Frontmann. In fast ganz Deutschland
sind die fünf Musiker schon aufgetreten. Wenn auch vor keinem
wirklich großen Publikum, wussten die Saitlinge an diesem Abend
doch die Besucher der Kufa zu unterhalten. Bärbel Kettner, extra
aus Cottbus angereist, sprach der Band ein großes Lob aus: «Ich
habe sie in der Kufa zum ersten Mal gehört und bin schon begeistert.
Das ist endlich mal wieder richtig hausgemachte Musik.» «Wenn
ich nach Hoyerswerda komme, ist mein erster Anlaufpunkt sowieso immer
die Kufa,» erzählt die Cottbuserin. Auch Mitarbeiter wie
Karin Nitzsche genossen die poetisch angehauchten Lieder der Saitlinge:
«Am besten gefällt mir, dass sie gut verständliche,
deutsche Texte singen», erzählt die Kufa-Gastronomin begeistert.
Neben ganz alltäglichen Geschichten aus dem Leben spielte die
Gruppe dann am späten Abend auch politisch brisante Texte von
Kurt Tucholsky. (Konzertreview 11.12.2004 Hoyerswerda/Kulturfabrik
- Lausitzer Rundschau vom 13.12.2004) Eine Band, die sich nach einem Wurstdarm nennt, mutet unappetitlich an, wenngleich der Name ausweislich etwas mit Kunst zu tun hat. Dieser Programmatik, immerhin, tragen die Saitlinge auf ihrem vierten Album gehörig und hörenswert Rechnung. Deutsche Kunstlieder präsentiert die Gruppe um Frontmann Bernd Christen, dessen begnadete Rockstimme selbst zeitlich entlegene Oden überzeugend ins Heute transferiert. Beispielsweise beschwingte Vertonungen von Tucholsky- und Heine-Versen. Auch "Liebesbrief" aus Reitz' "Heimat 3" macht Laune auf hohem musikalischem Niveau. (Berliner Morgenpost) Dieses
Album macht schwach. So oft wie man im ersten Lied "Halt mich
fest in deinen Armen. Alleine schaff ichs nicht", hört,
das plättet jeden Optimismus. Die Saitlinge sind ein Phänomen
aus der Kleinstadt, aktiv seit 1995. Eine nostalgische Mischung aus
Hermann van Veen und Markus Maria Jansen (ehemals M Walking On Water).
"Keine Zeit für Zeit" hieß eines ihrer Alben.
Gleichzeitig ein Statement, das bezeugt, auf welch Poesiealbum-taugliche
Weise die Band ihre nachdenkliche Seite herauskehrt. Wirklich. Schöne handgemachte Musik. So mehr so Rock, mit fetzigem Saxophon. Niveauvolle deutsche Texte. Sogar von Tucholsky und Heine. Und von Gundermann, dessen frühen Tod keiner verwinden mag. Eben richtig aufrichtig. Ehrlich. Kann man nicht meckern. Nee. Nur: Angesichts dieses zu spät gekommenen Ostrocks möchte ich persönlich dann doch lieber ordentlich betrogen werden. (Westzeit/Karsten Zimalla) Als Saitling
bezeichnet man den als Wursthülle dienenden Schafdarm. Köstlich.
Die Musik der SAITLINGE hat hiermit inhaltlich aber nichts zu tun.
Vielmehr werden Texte von Kurt Tucholsky, Gerhard Gundermann, Steffen
Mensching und Heinrich Heine übernommen und ergänzt um eigene
Stücke, die sich ebenfalls in hoch lyrischer Weise mit Alltäglichkeiten
beschäftigen. Ein bisschen Politik, viel Liebe. Das Ganze wird
mit Blues, Jazz und gemäßigtem Rock unterlegt. Die Instrumentierung
tritt aber in den Hintergrund, die Stücke sind klar gesangsdominiert.
Entfernt vergleichbar sind die SAITLINGE mit ELEMENT OF CRIME, wobei
die SAITLINGE nicht so düster daherkommen und musikalisch eben
eher im Blues-Bereich anzusiedeln sind. Die Musik ist recht abwechslungsreich:
Von flotteren Stücken, die ein wenig an die BLUES BROTHERS erinnern
("Liebesbrief"), über Kneipen-Blues ("Kino Atelier"
mit leider etwas nervigem Refrain) bis hin zu sehr ruhigen und besinnlichen
Songs ("Wer wird mich beschützen", "Wenn du gehst").
Besonders gut gefallen mir die Stücke "Woher wohin"
sowie das Heinrich-Heine-Lied "Hortense". Zwei andere Stücke
des Albums sowie ein Video zu "An manchen Tagen" finden
sich neben älteren Stücken auf der Bandhomepage zum Download.
Auch sämtliche Texte, die allerdings auch im Booklet abgedruckt
sind, sind dort abrufbar. Auf der CD befindet sich eine kleine Multimedia-Diashow
mit Links zur Band-Website sowie zur TV-Produktion "Heimat3",
die im Dezember 2004 anläuft und in der Saxophonist Peter Schneider
eine Rolle übernimmt, in der er das Lied "Liebesbrief"
singt. (Tiefgang
Online) |
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