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Presse | ||||||||||||
...Nur die Yuppies der Achziger fehlen gänzlich. Für diese Art Spezies wären die Auftritte der ostdeutschen Saitlinge mit Sicherheit auch zu melancholisch und zu stark von Erinnerungen geprägt gewesen. Unüberhörbar ist bei dem ostdeutschen Quintett der Einfluß Gerhard Gundermanns, dessen Klangwelt hier mit Wehmut des Chansons Marke Tom Waits versöhnt wird. Doch anders als bei mancher ostdeutschen Gruppe wie Karat oder Puhdys, gelingt es den Saitlingen so etwas wie Glaubwürdigkeit zu bewahren. Gerade weil hier alles seiner Eindeutigkeit entkleidet ist und den Filter einer subtilen Ironie passiert hat. (Reutlinger Generalanzeiger/17.01.2004) „Es gab einmal einen deutschen Michel, der hat sich selbst kastriert – mit Hammer und Sichel.“ Gezielt beiläufig und fast so, als ginge ihn das alles nichts an, liegt die Stimme von Saitlinge Leadsänger Bernd Christen über dem rockigen, manchmal fast Tom Waits mäßigem Sound. (...) ...immer mit dem sympathischen Charme des Diskreten und den tiefsinnigen Selbstzweifeln von Getriebenen. (...) Der Sound ist hervorragend abgemischt, die Stimme von Bernd Christen erinnert in ihren besten Momenten an die von Element of Crime Sänger Sven Regner. Wunderbar lassen sich feine Songstrukturen heraushören, die in ihrer Abgeklärtheit fast verblüffen. (...) ...Ironie schleicht sich sanft durch die Hintertür und kommt im Gewand vordergründiger Nostalgie daher, um sich letztendlich als hochaktuell zu enthüllen. (Reutlinger Nachichten 18.01.2004) Als
groovige Liederpoesie von Reggae bis Chanson lässt sich die
musikalische Mixtur der Saitlinge beschreiben - einer fünfköpfigen
Formation, die ihren Namen von einer Gitarrensaite abgeleitet hat,
ohne sich in diesem Moment der Tatsache bewusst gewesen zu sein,
dass dies auch eine Bezeichnung für Wurstschale bzw. Därme
ist. Mit Unterstützung von Moderator Volly Tanner stellten
die Jungs im Theater der Jungen Welt ihr neues Album „....an
manchen Tagen“ vor. In Nomine: Wie habt Ihr die Premieren-Feier zu Eurem neuen Album im Theater der Jungen Welt selbst erlebt? B.Chr.: Wir haben uns gefreut, dass zahlreiche Zuschauer da waren. Dies ist heutzutage auch in einer größeren Stadt wie Leipzig nicht selbstverständlich. Hinterher ergaben sich noch einige interessante Gespräche mit Gästen. Für uns als Band war der Abend sehr stressig. Während der Vorbereitungen ergaben sich technische Probleme, der Sound war nicht optimal - ich persönlich glaube aber akzeptabel. So eine Release Party ist immer etwas Besonderes – wie eine Geburt. Wie wird die ganze Sache angenommen... Bei einer CD-Produktion kommt man immer an den Punkt, an dem man die eigene Arbeit nicht mehr einschätzen kann, weil man tagtäglich damit zu tun hat. Wenn dann der Zeitpunkt gekommen ist und man die neuen Songs zum ersten Mal in fremde Ohren spielt, ist das für jeden von uns eine aufregende Sache. In Nomine: Wie reagierten Publikum und Presse bisher auf Euren Auftritt sowie Euer neues Album? B.Chr.: Das Feedback war bis jetzt überwiegend positiv. Interessant ist hierbei, dass kritische Stimmen von Leuten kommen, die uns seit Jahren musikalisch begleiten. Natürlich versuchen wir uns weiterzuentwickeln, da klingt es eben nicht mehr wie vor 10 Jahren. Man darf nicht stehen bleiben! In Nomine: Warum ist Eure neue Platte eine Art Liebeserklärung an den Widerspruch? Mit welchen Thematiken setzt Ihr Euch auseinander? B.Chr.: Das ganze Leben besteht aus Widersprüchen, auch wenn man sie ablehnt, sind sie da. Wenn man sie „liebt“, ist es leichter mit ihnen zu leben. Die Themen liegen doch auf der Strasse; sobald man darüber stolpert, sind sie im Kopf, in den Fingern und setzen sich auf den Stimmbändern fest. Am Ende finden sie sich dann auf einer runden Scheibe In Nomine: Was veranlasste Euch dazu, Texte von Tucholsky, Heine, Mensching sowie Gundermann zu verwenden? B.Chr.:
Bei Mensching und Gundermann lag das am persönlichen Kontakt.
Gerade die Konzerte mit Gundi waren für mich etwas Besonderes,
so ist es quasi eine Verbeugung. Die Texte der Saitlinge schreibe
meistens ich; da kann es passieren, dass ein anderer ein Thema bereits
viel besser in Worte gefasst hat, als man es selber kann. In Nomine: Inwiefern haben darüber hinaus andere Künstler Einfluss auf Euer Schaffen? B.Chr.: Du kannst dich dem Einfluss anderer nicht entziehen, da passiert viel im Unbewussten. Bei jedem Künstler ist irgendetwas zu entdecken, was für einen selbst neu und interessant ist. Man muss das auch nicht immer gut finden, aber wenn es dazu führt, dass man die eigene Position in Frage stellt, ist es in Ordnung. In Nomine: Was verbirgt sich hinter dem Titel „...an manchen Tagen“? B.Chr.: Wir wollten einfach einen Titel haben, der alles offen lässt und uns thematisch nicht festlegt. Es kann eben alles passieren – „...an manchen Tagen“. In Nomine: Was verbindet Ihr mit dem Cover? B.Chr.: Das passt gut, denn man sitzt einfach da und lässt sich vieles durch den Kopf gehen. Der Zuhörer sollte auf dem Stuhl Platz nehmen und sich mitnehmen lassen. In Nomine: Welche Unterschiede existieren zwischen Eurem aktuellen Longplayer und den vorherigen drei Werken? B.Chr.: Ursprünglich kommen wir als Saitlinge ja aus einer folkigen Ecke. Die Musiker haben teilweise gewechselt und das ganze hat sich weiterentwickelt. Die erste CD ist immer etwas Besonderes und man geht da unbedarfter und mit einer gewissen Naivität ran. Das ist heute nicht mehr so. Man muss auch lernen, in einem Studio zu arbeiten und die Möglichkeiten auszuloten. Arrangements sind heute komplizierter und man steckt mehr Zeit in die Vorbereitung. Wenn man ins Studio geht und schaut was passiert, muss man sich das auch finanziell leisten können... In Nomine: Wer hört Eure Musik? Wer sind Eure Fans? B.Chr.: Wir haben eigentlich keinen typischen Fan. Ich bin da selbst überrascht, wie weit das Spektrum manchmal reicht. Wir haben schon vor Punks gespielt oder vor älteren Herrschaften. Natürlich muss von vornherein eine gewisse Bereitschaft da sein. In Nomine: Welche Pläne habt Ihr? B.Chr.: Unterwegs sein, so oft es geht und live spielen. (In Nomine - Interview - Juli 2004) Gleich zum Auftakt des kulturellen Landesreigens auf dem Bitterfelder Bahnhofsvorplatz setzt ein musikalischer Geheimtipp Ausrufezeichen hinter eine überzeugende Absage an ausgetretene Chartpfade und Seichtigkeit. Mit
grooviger Liederpoesie gab die Band „Saitlinge" dem Publikum
eine musikalische Blumenfaust. „Texte, Last und Lust" aus
dem Umfeld des RockJazz untermauern die fünf Musiker, die seit
1994 gemeinsam unterwegs sind, mit einem gewachsenen, ureigenen Sound
- einer Mischung aus klassischer Rockbesetzung inklusive Akkordeon,
Saxophon und anderer Ausflüge in jazzige Gefilde. EP:
Seid ihr zum ersten Mal beim Sachsen-Anhalt-Tag dabei? |
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